Notfallnummer: +49 6221 56-6220

Sie sind hier: Für Patienten/Die Bauchspeicheldrüse/

Die Bauchspeicheldrüse

Der medizinische Fachausdruck lautet: das Pankreas

Was ist die Bauchspeicheldrüse und wo liegt sie?

Die Bauchspeicheldrüse bzw. das Pankreas liegt versteckt hinter dem Magen und der Wirbelsäule. Sie ist eine gelbliche, ca. 15 cm lange, 5 cm breite und 2-3 cm dicke Drüse, die ca. 80-120 g wiegt. Sie wird in Pankreaskopf, Pankreaskörper und Pankreasschwanz unterteilt. Der Bauchspeicheldrüsenkopf, durch den ein Teil des Gallenganges zieht, steht in naher Beziehung zum Zwölffingerdarm, dem Duodenum. Der Bauchspeicheldrüsenschwanz reicht auf der linken Seite bis zur Milz. Der Bauchspeicheldrüsenkörper liegt unmittelbar vor dem Ursprung wichtiger Gefäße aus der Hauptschlagader (Aorta), die die Leber, den Magen, den oberen Darm und auch die Bauchspeicheldrüse mit Blut versorgen. 

Welche Funktion hat die Bauchspeicheldrüse?

Grundsätzlich erfüllt die Bauchspeicheldrüse drei äußerst wichtige Aufgaben:

  1. Die Bauchspeicheldrüse ist wichtig für die Verdauung (exokrine Funktion).
  2. Die Bauchspeicheldrüse steuert die Blutzuckerregulation (endokrine Funktion).
  3. Die Bauchspeicheldrüse neutralisiert die Magensäure.

Die Bauchspeicheldrüse und die Verdauung

 

Die Bauchspeicheldrüse produziert wichtige Enzyme. Es werden täglich 1,5-3 l enzymhaltiges Sekret gebildet. Dabei werden in der Drüse 60 g Eiweiß umgesetzt. Das ist eine große Stoffwechselleistung. Dieses Verdauungssekret wird durch spezialisierte Zellen in der ganzen Drüse produziert. Es entsteht zunächst eine unwirksame Vorstufe, die in ein weitverzweigtes Gangsystem geleitet und schließlich in einem Hauptgang, dem sogenannten „Ductus pancreaticus“, gesammelt und in den Zwölffingerdarm abgegeben wird. Kurz vor der Einmündung in den Zwölffingerdarm gesellt sich zu diesem Bauchspeicheldrüsensekret der Gallensaft, der aus der Leber kommt. Diese Sekrete werden in den Zwölffingerdarm geleitet. Die Mündungsstelle heißt Papilla Vateri. Im Zwölffingerdarm werden die Enzyme der Bauchspeicheldrüsen aktiviert, d. h. in ihre wirksame Form überführt. Jetzt kann die aus dem Magen kommende Nahrung verdaut werden. Die Bauchspeicheldrüse produziert mehr als 20 verschiedene Verdauungsenzyme, die die Nahrung in kleinste Bausteine zerlegen. Nur so kann die Nahrung aus dem Darm ins Blut aufgenommen werden. Diese Enzyme werden aber erst nach Erreichen des Zwölffingerdarms so umgebaut, dass sie ihre Aufgabe wahrnehmen können. Damit wird verhindert, dass diese Enzyme die Bauchspeicheldrüse selbst verdauen. Die drei wichtigsten Enzyme der Bauchspeicheldrüse sind die Amylase (verdaut Kohlenhydrate), Trypsin (verdaut Eiweiße) und die Lipase (verdaut Fette).

Was Sie wissen sollten
Die Zerlegung der Nahrungsbestandteile in kleinste Stücke ist notwendig, damit der Körper diese über den Darm aufnehmen kann. Fehlen die Bauchspeicheldrüsenenzyme, werden die Kohlenhydrate (Stärke etc.), Eiweiße und Fette nicht richtig zerlegt, und der Darm ist nicht fähig, die Nahrungsbestandteile ins Blut aufzunehmen. Die Folge ist, dass unverdaute Speisen weiter im Darm verbleiben. Dies kann zu erheblichen Durchfällen, Blähungen und auch Bauchkrämpfen führen. Im Vordergrund steht dabei die unzureichende Fettverdauung, so dass es zu fettigen, schmierigen Stuhlgängen kommen kann. Zudem kommt es durch fehlende Aufnahme der Nahrungsbestandteile in den Körper zu einer stetigen Gewichtsabnahme und eventuell auch zu einem Mangelzustand an bestimmten fettlöslichen Vitaminen (A, D, E und K).

 

Die Bauchspeicheldrüse und die Blutzuckerregulation

Die Bauchspeicheldrüse produziert, neben den Verdauungsenzymen, ein wichtiges Hormon, das Insulin. Dieses wird in spezialisierten Zellen produziert, welche in kleinen Gruppen (sog. Inseln) in der ganzen Drüse, aber vor allem im Schwanz der Bauchspeicheldrüse, zu finden sind. Diese sogenannten Langerhanns‘schen Inseln machen nur ca. 2,5 g der ca. 80-120 g wiegenden Drüse aus. Man findet zirka 1,5 Millionen Inseln im Pankreas.

Das Insulin wird direkt aus der Bauchspeicheldrüse ins Blut abgegeben und steuert den Blutzuckerspiegel. Es öffnet dem Zucker gewissermaßen die Türen zu allen Körperzellen. Zucker ist eine wichtige Energiequelle unseres Körpers. Alle Zellen sind auf Zucker angewiesen. Nach Aufnahme des Zuckers aus dem Darm ins Blut ermöglicht Insulin den Übertritt des Zuckers vom Blut in die verschiedenen Körperzellen.

Ist zu wenig oder gar kein Insulin mehr vorhanden, kann der Zucker nicht vom Blut in die entsprechenden Körperzellen gelangen. Dadurch steigt der Zuckergehalt im Blut immer weiter an. Dies kann für den Menschen unangenehme und sogar lebensgefährliche Folgen haben. Patienten mit einer Erkrankungen der exokrinen Anteile (Verdauungsanteile) der Bauchspeicheldrüse leiden meist an einem mehr oder weniger stark ausgeprägten Mangel an Insulin.