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Welche Erkrankungen der Bauchspeicheldrüsen gibt es?

Neben seltenen vererbten Fehlfunktionen oder Fehlanlagen der Bauchspeicheldrüse kennen wir vor allem die drei folgenden Krankheitsbilder: die Akute Bauchspeicheldrüsen-Entzündung, die chronische Bauchspeicheldrüsen-Entzündung sowie das Pankreaskarzinom.

Akute Pankreatitis

Was ist eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse?

Unter akuter Pankreatitis versteht man eine akute, das heißt, plötzlich einsetzende Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Es kommt zu einer Schädigung der Bauchspeicheldrüsenzellen, was zu einer vorübergehenden Funktionseinschränkung der Bauchspeicheldrüse führt. Je nach Schweregrad der Schädigung kann es auch zum Absterben von Bauchspeicheldrüsenzellen kommen. Dabei werden verschiedene schädigende Stoffe in den gesamten Körper abgegeben, die den Patienten lebensbedrohlich erkranken lassen. Im Krankheitsverlauf können auch andere Organe angegriffen werden und in ihrer Funktion eingeschränkt werden. Wir unterscheiden zwei Formen der akuten Entzündung der Bauchspeicheldrüsen:

  • Die akute ödematöse Pankreatitis
  • Die akute nekrotisierende Pankreatitis


Zu Beginn einer Pankreatitis ist es in der Regel nicht erkennbar, welche der beiden Erkrankungsformen vorliegt bzw. sich entwickelt. Deshalb müssen alle Patienten mit einer akuten Pankreatitis frühzeitig intensiv betreut werden.

 

 

Chronische Pankreatitis

Was ist die chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse?

Unter chronischer Pankreatitis versteht man eine chronisch (über lange Zeit) andauernde Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Durch anhaltende und wiederkehrende Entzündungsschübe der Bauchspeicheldrüse kommt es zur langsamen Zerstörung der funktionstüchtigen Zellen in der Drüse. Diese werden durch narbenartiges Gewebe ersetzt. Die Folge ist, dass das Pankreas seine normale Funktion nicht mehr ausreichend wahrnehmen kann:
die Produktion von Verdauungsenzymen, die verantwortlich sind, damit die Nahrung in kleinere Einheiten zerlegt, und so aus dem Darm in den Körper aufgenommen werden kann, versiegt. Es entstehen Durchfälle (häufig übelriechend), Gewichtsverlust und Vitaminmangel-Zustände.
Die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse, werden ebenfalls zerstört. Dadurch wird weniger oder kein Insulin mehr produziert, der Glukosestoffwechsel ist gestört, Diabetes mellitus bildet sich aus.

Ein Hauptsymptom der chronischen Pankreatitis sind starke Oberbauch-Schmerzen, die oft gürtelförmig sind und in den Rücken ausstrahlen können. Wahrscheinlich haben sie ihren Ursprung in Veränderungen des Nerven-Gewebes in der Bauchspeicheldrüse und in einer Abflussbehinderung aus den Bauchspeicheldrüsen-Gängen. Dabei entsteht ein immer höher werdender Druck in dem Organ. Auch durch Behinderung der Nahrungspassage im Magen und Darm oder massive Blähungen können Schmerzen auftreten. Diese Schmerzen können häufig auch durch stärkste Schmerzmittel nicht mehr beseitigt werden.

 

 

Pankreaskarzinom

Was ist der Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Krebs kann grundsätzlich in jedem Organ des menschlichen Körpers entstehen, wenn einzelne Zellen anfangen sich mehr als normal zu vermehren, nicht mehr der Wachstumskontrolle des umgebenden Gewebes unterliegen und dann in andere Gewebe oder Organe einwachsen. Krebs entsteht häufig auf Grund von angeborenen oder erworbenen Gendefekten. Die Gründe warum diese Defekte auftreten, sind vielfach noch nicht bekannt. Wird der Krebs nicht behandelt, so wächst er in einem Organ und zerstört dessen normale Funktion. Er wächst weiter über die Organgrenze hinaus in Nachbarorgane. Besonders gefährlich ist, dass er sich über das Blut und die Lymphwege im gesamten Organismus ausbreitet (Metastasenbildung). Ziel der Behandlung des Karzinoms ist die vollständige chirurgische Entfernung. Man spricht von kurativer Chirurgie, wenn der Tumor vollständig entfernt werden kann.


Erfolgt die Chirurgie hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt der Verringerung der Symptome (z.B. Schmerzlinderung) oder der Beseitigung von Passagebehinderungen spricht man von palliativer Chirurgie. Es können auch bei kurativer Chirurgie Krebszellen im Körper verbleiben, weil einzelne Krebszellen nicht sichtbar schon in das umgebende Gewebe oder andere Organe eingewandert sind. Diese einzelnen Krebszellen sind häufig zum Zeitpunkt der Operation nicht nachweisbar. Kann vermutet werden, dass noch Krebszellen im Körper verblieben sein können, wird häufig eine zusätzliche Therapie, wie z.B. Chemotherapie oder Radiotherapie (Strahlentherapie), empfohlen, um die möglicherweise noch vorhandenen Krebszellen abzutöten. Diese Form der Behandlung wird adjuvante Therapie genannt.


In den Fällen, in denen der Tumor nicht vollständig entfernt werden konnte, wird eine ergänzende Therapie wie Chemotherapie oder Radiotherapie empfohlen, um das Tumorwachstum zu verlangsamen, bzw. um die Symptome, die durch den verbleibenden Tumor entstehen, zu reduzieren. Durch die Fortschritte in der Chemo- und Radiotherapie sind schwerwiegende Nebenwirkungen, wie sie früher häufig waren (wie z.B. Erbrechen, Haarausfall), heute seltener.


Damit Fortschritte in der Behandlung des Tumorleidens erreicht werden können, müssen klinische Untersuchungen (Studien) durchgeführt werden. Hierbei werden Patienten verschiedenen Behandlungsgruppen (bewährtes Therapieverfahren gegen neu zu prüfendes) zugeordnet, um dann erkennen zu können, welche Methode die erfolgreichste ist. Die optimale Versorgung des Patienten steht dabei immer im Vordergrund. 

 

 

Zystische Erkrankungen

Zystische Veränderungen der Bauchspeicheldrüse

Zystische Veränderungen an der Bauchspeicheldrüse werden oft zufällig bei Untersuchungen entdeckt, die aufgrund einer anderen Fragestellung oder als Check-up gemacht werden, da sie in den allermeisten Fällen keine Beschwerden verursachen. Insgesamt treten sie altersabhängig immer häufiger auf, man geht davon aus, dass 3-10% aller Menschen im Alter solche Veränderungen haben.

 

Echte zystische Veränderungen müssen von sog. „Pseudozysten“ abgegrenzt werden, die sich nach akuter oder bei chronischer Bauchspeicheldrüsen-Entzündung finden und harmlos sind. Unter den echten zystischen Veränderungen finden sich am häufigsten seröse und 8 Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen – eine Information für Patienten und Angehörige muzinöse Zystadenome sowie Intraduktale Papilläre Muzinöse Neoplasien (IPMN). Diese Veränderungen sind an sich gutartig, haben aber – je nachdem welche zystische Veränderung vorliegt – ein Risiko, sich langfristig zu einem bösartigen Tumor zu entwickeln.

 

Daher muss v.a. bei den muzinösen Zystadenomen und den IPMN eine genaue Untersuchung erfolgen und dann das Risiko für eine Entartung eingeschätzt werden. Ein Teil dieser zystischen Veränderungen kann dann weiter in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden, beim anderen Teil ist jedoch eine Operation notwendig, um der Entstehung von Bauchspeicheldrüsen-Krebs zuvorzukommen, oder diesen falls schon vorhanden – in einem möglichst frühen Stadium zu entfernen. Damit ist die Prognose dieser Veränderungen insgesamt sehr gut.

Neuroendokrine Tumore

Text folgt

Medizin am Abend, 22. Oktober 2014, Prof. Büchler

Professor Büchler erklärt uns in seiner Patienten-Vorlesung "Medizin am Abend" in allgemeinverständlichen Worten, die Möglichkeiten der Chirurgie heute und deren Auswirkung auf die Aussicht auf Heilung.